Blu-ray Player Test 2012
In der Zeit von hochauflösenden Fernsehern liefern DVDs keine ausreichende Bildqualität mehr. Diese Lücke will die Blu-ray-Disc schließen. Den passenden Blu-ray-Player vorausgesetzt steht dem Filmspaß, eventuell sogar in 3D, nichts mehr im Wege.
Auflösung und Bildqualität
Fernseher und Beamer sind so optimiert, dass sie eine Auflösung optimal darstellen. Bei allen anderen findet eine Umrechnung statt, die zu Qualitätsverlusten führt. Aus diesem Grund geben Blu-ray-Player mehrere Auflösungen aus. Eine von ihnen sollte mit der des Fernsehers übereinstimmen. Verbreitet sind Full HD (1080p) und HD ready (720p oder 1080i). Die Zahl gibt jeweils die Zeilenzahl des Bildes an. Bei Blu-ray-Discs macht es keinen Unterschied, ob die Auflösung „progressive“ (p) oder „interlaced“ (i) ist. Bei DVDs hingegen sind die Bilder oft als Halbbilder gespeichert und abwechselnd werden die geraden und ungeraden Zeilen ausgetauscht. Ist die Auflösung „interlaced“ wird sie genauso wiedergegeben, bei „progressive“ werden die Halbbilder zu Vollbildern zusammengerechnet. Dadurch sind die Bilder ruhiger. Um die Funktion nutzen zu können, müssen alle beteiligten Geräte die Technik beherrschen.
Auf Blu-ray-Discs und HD-DVDs sind Filme mit einer Bildwiederholungsfrequenz von 24 Vollbildern pro Sekunde gespeichert. Deshalb sollte der Blu-ray-Player diese Frequenz wiedergeben können. Eine weitere Voraussetzung für die Nutzung von 24p ist allerdings, dass der Beamer oder Fernseher die Bilder auch mit dieser Frequenz wiedergeben können.
Auf herkömmlichen DVDs sind die Bilder in einer geringeren Auflösung abgespeichert. Um sie auf einem HD-Fernseher wiedergeben zu können, müssen sie entweder vom Fernseher oder Blu-ray-Player umgerechnet werden. Diesen Vorgang nennt man Upscaling. Damit DVDs wiedergegeben werden können, haben aus diesem Grund Blu-ray-Player eine Upscaling-Funktion integriert. Die Upscaling-Auflösung sollte mit der Fernseherauflösung übereinstimmen, damit das Bild nicht noch ein weiteres Mal umgerechnet werden muss. Wer oft DVDs schaut, sollte in Testberichten nach der Upscaling-Qualität Ausschau halten, da sie von Software zu Software unterschiedlich gut ist.
Wer 3D-Filme schauen möchte, sollte auf die Anschlüsse achten, zur Übertragung von 3D normalerweise HDMI-1.4-Anschlüsse nötig sind. Sind zwei HDMI-Anschlüsse vorhanden, kann unter Umständen, der alte AV-Receiver ohne 1.4 Anschluss weitergenutzt werden, da die Daten auf zwei Kanäle verteilt werden können. Generell ist die 3D-Fähigkeit inzwischen recht weit verbreitet.
Anschlüsse und Formate
Wie schon angeklungen ist, sind die Anschlüsse am Blu-ray-Player wichtig. Über die HDMI-Schnittstelle kann die beste Bildqualität erreicht werden, da sie eine hohe Datenrate erlaubt. Aber nicht nur das Bild wird über HDMI zum Fernseher übertragen, sondern auch die neuen Tonformate. Der alte YUV-Ausgang kann nur eine Auflösung von 1080i an den Fernseher weitergeben und ist deswegen nicht empfehlenswert. Filme, die mit dem Verschlüsselungsstandard HDCP geschützt werden, können mit ihr gar nicht geschaut werden. Aus all diesen Gründen ist ein HDMI-Anschluss Pflicht. Wer alte Receiver anschließen möchte, muss darauf achten, dass die jeweiligen analogen Anschlüsse vorhanden sind.
Die neu entwickelten Tonformate sollte der Player der Wahl nach Möglichkeit alle beherrschen. Es gibt die komprimierten Formate Dolby Digital Plus und DTS High Resolution. Unkomprimiert speichern den Ton die Formate Dolby TrueHD und DTS-HD Audio Master. Das beliebte und platzsparende Videoformat DivX beherrschen bisher nur wenige Blu-ray-Player. Selbst wenn es unterstützt wird, kann es aufgrund von DRM(Digitales Rechtemanagement) Probleme geben. Wer viele Filme in diesem Format besitzt, sollte deshalb genau darauf achten, welche Blu-ray-Player seinen Ansprüchen genügen. Auch als Medienzentrale sind die Abspielgeräte geeignet. Oft unterstützen sie die Fotowiedergabe (wichtigstes Format JPEG) und die Musikwiedergabe. MP3, WMA und WAV sind hier verbreitet. Das aus iTunes bekannte Format bleibt aber außen vor.
Zusatzfunktionen
Einige aktuelle Blu-ray-Player können über WLAN oder einen herkömmlichen LAN-Anschluss ins Heimnetz eingebunden werden. Dies vereinfacht nicht nur ein eventuelles Firmwareupdate, sondern ermöglicht auch die Wiedergabe von Inhalten aus dem Internet. Einige Hersteller haben eigene Portale hierfür. Aber auch YouTube oder die Mediatheken der Fernsehsender können oft genutzt werden. Diese Funktion ist sinnvoll, wenn der Fernseher nicht von sich aus ins Heimnetz angeschlossen werden kann und Wert auf Online-Inhalte gelegt wird.
Häufiger verbreitet ist ein eingebauter Recorder. Mit ihm kann das Fernsehprogamm auf DVD, Festplatte oder Blu-ray-Disc aufgezeichnet werden. Die unterstützen Medienformate variieren, auf BDs können nur die wenigsten Player aufnehmen.
Etwas komplizierter wird es, wenn auch gebrannte Discs wiedergeben werden sollen. Die Blu-ray-Rohlinge sind nämlich sehr unterschiedlich, weshalb beim Rohlingkauf darauf geachtet werden muss, welche Art der Player unterstützt. Sind schon gebrannte Filme vorhanden, muss der passende Player mit der entsprechenden Unterstützung gewählt werden.
Umwelteigenschaften
Den Großteil ihrer Zeit verbringen Blu-ray-Player im ausgeschalteten oder im Standby-Modus. Deshalb sollte auf den Standby-Verbrauch geachtet werden und, ob das Gerät einen Schalter hat, der es ermöglicht den Player komplett auszuschalten. Auch im Betrieb variiert der Stromverbrauch stark, sodass es sich lohnen kann, ein sparsames Gerät zu wählen.
Auch die Geräusche gehören zu den Umwelteigenschaften. Kein Blu-ray-Player ist komplett still. Die Discs rotieren mit einer sehr hohen Geschwindigkeit, was bisher nicht lautlos funktioniert. Je nach Gerät ist die Lautstärke sehr unterschiedlich. Es lohnt sich also entsprechende Informationen zu sammeln, damit der Player nicht später den Film übertönt.
Testberichte helfen die Qualität zu beurteilen
Um die Bildqualität beurteilen zu können, gibt es zwei Möglichkeiten: Testberichte studieren oder die Qualität im Geschäft selbst ausprobieren. Im Bereich Heimkino gut aufgestellt mit relevanten Tests sind die Fachmagazine Video Home Vision und Heimkino. Satvision und Digital Home bieten Testberichte zu einem ähnlichen Themenfeld. Aber auch allgemeinere Magazine bieten gute Tests von Blu-ray-Playern. Unter anderem sind das Stiftung Warentest, CHIP Test & Kauf, Audio Video Foto Bild und einige andere.